Medien Kritik – Gibt es eine Reichweitenbeschränkung? – Wahrgenommen werden

Manche Menschen kennen das Gefühl, das Bedürfnis etwas mitzuteilen und so viele Menschen wie möglich zu erreichen. Dann jedoch die Ernüchterung, die eigenen Probleme interessieren bestenfalls den eigenen Freundeskreis in der Filterbubble.

Wer macht wie Medien? Der öffentlich rechtliche Rundfunk (ÖR) wird oft als Staatsfunk diffamiert. Daneben gibt es private Medien, wo viel Geld dahinter steckt. Und dann gibt es noch das Netz, wo Menschen mit viel Zeit Blogeinträge schreiben, Videos hochladen und kommentieren. Dazu später mehr.

Die Meisten Menschen konsumieren nur Medien, diese sind aber eifrige Diskutanten in Familie, Freundeskreis, auf der Arbeit, ohne dies zu dokumentieren, sie sprechen und verbreiten oft ungefragt. Ein paar Prozent der Leute schreiben Kommentare, auch dazu nachher mehr. Eigene Inhalte produzieren dann nur sehr wenig Menschen und diese teilen sich in privaten und öffentlichen Post. Bei den privaten Beiträgen soll bewusst keine Reichweite erzeugt werden.

Zensur findet nicht statt. Es gibt Leute, die das behaupten. Nun, es gibt Grenzbereiche, wo Hass und Gewalt geblockt wird. Wenn jedoch das Internet als ganzes Betrachtet wird, kann schon sehr viel Wissen oder Meinung verbreitet werden. Doch es gibt das Gefühl, dass da ein Deckel sei.

Vielleicht gibt es bei mehreren hundert Millionen Webseiten auch schon eine gewisse Sättigung. Der Trend geht Richtung mehr, Aufmerksamkeit zu erzeugen schwindet. Die großen Medienhäuser werden alle Hebel ziehen, nicht Unrelevant zu werden. Wo viel Geld ist, kann Aufmerksamkeit und Relevanz immer erhalten bleiben. Das ist bei den Privaten immer so. Auch z.B. gut zu sehen bei Wahlkämpfen in den USA. Der ÖR möchte anders sein, aber da hagelt es Kritik, auch wegen der Gebührenfinanzierung. Die Menschen sehen die Abgabe, aber sich selbst fühlen sie sich unbeachtet im Programm. Bei privaten Sendern wird es weniger kritisch gesehen. Die Leute wissen mehr oder weniger, dass beim Kauf der überteuerten beworbenen Produkte die millionenschweren Stars subventioniert werden, die mit eh viel zu viel Aufmerksamkeit alles daran setzen, dass nur sie selbst im Fokus bleiben. Beim ÖR gibt es leider auch gewisse Stars, die alles tun, um nur selbst Beachtet zu werden.

Dadurch, dass Millionen von Menschen, eine träge Masse, die Massenmedien konsumieren, sind sie legitimiert. Sie fühlen sich vertreten. Ein paar Menschen sehen sich nicht vertreten. Ich selbst werde nie Teil einer Sendung sein, in das Gremium des Rundfunkrates werde ich nie Einblick haben, geschweige denn gestalten. Ich fände es wünschenswert, wenn der ÖR wie beim Trialog von Psychseseminaren organisiert wäre. In den Gesprächsrunden sitzen nur Profis, Laien dürfen ab und zu aus dem Publikum ein paar Sekunden als Betroffene etwas sagen. Natürlich nur gebriefte Inhalte. Doch selbst den Profis in den Runden wird differenziertes Argumentieren untersagt, weil angeblich die Konsumenten wegschalten. Trialogische Inhalte beim ÖR ist ein utopischer Wunsch von mir. Die Art und Weise, wie sie in den Kommentarspalten zu erleben sind, schreckt programmmachende Menschen ab, diese vor allem in Livesendungen mit einzubeziehen. Ich selbst brauchte lange, um konstruktive Kommunikation zu erlernen, die einigermaßen öffentlichkeitstauglich nun ist (Blog https://www.schmidt-matthias.de/gelungende-kommunikation-spaetestens-ab-2010-war-ich-kommunikationsfaehig/ )

Ich glaube, die Wahrnehmungs- und Reichweitenbegrenzung liegt an dem Überangebot von Informationen und das Menschen sehr begrenzt all die Informationen verarbeiten können. Im Internet müssen die gewünschten Inhalte gesucht und gefunden werden. Das ist Arbeit, die oft auch frustrieren kann. Es ist daher einfacher, den Sender einzuschalten und den redaktionellen Filter walten zu lassen, was dann schon oft Sinn macht. Zumal gelernt wird, was zu erwarten ist.

Meine eigene Reichweite. Da ich auf dem Server keine Logs speicher, weiß ich gar nicht, wie oft etwas aufgerufen wird. Twitter wird von vielleicht höchstens 5% der Leute genutzt. Eine ältere Statistik besagt, dass 4/5 der Accounts weniger als 50 Follower hat und der Durschnitt bei 208 Follower liegt. Mit knapp über 400 Follower bin ich daher schon überdurchschnittlich, was die Aufmerksamkeit betrifft. Zum Thema Freifunk war ich immerhin schon mal im Lokalradio und in der Zeitung, zum Thema Psychoseseminar gab es ein Zeitungsbericht. Und auf einem Wahlzettel zur Kommunalwahl stand ich schon mal. Es gibt meinerseits eine Wahrnehmung.

Schlafende oder dösende Menschen vor dem Fernseher, Bots im Internet. Es ist schon ein Glücksfall, wenn ein Mensch aufmerksam einen anderen Menschen wahrnimmt.

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