Schizophrenie Forschung

Ich war vor knapp einem Monat in der Ambulanz der LVR Klinik in Düren zum üblichen Check einmal im Quartal. Dort sah ich einen Aushang, dass Probanden für die Schizophrenie Forschung gesucht wurden. Die Uniklinik der RWTH Aachen und das Forschungszentrum Jülich gucken mit neuen Messmethoden in das Gehirn. Die Bezeichnung der Studie lautet: “Trimodale Bildgebung zur Untersuchung der Schizophrenie mittels simultaner EEG-MR-PET”, eine Messung mit 11C-ABP688-PET. Es wird nach Möglichkeiten gesucht, eine drohende Psychose besser und früher erkennen zu können. Die “Röhre”, die gleichzeitig EEG-MRT-PET aufzeichnen kann, ist besonders und nur an vier Orten in der Welt gibt es dazu die Möglichkeit. Es ist eine technische Herausforderung, da eigentlich der gleichzeitige Einsatz der Messmethoden sich physikalisch ausschließen. Neuartige Detektoren mussten entwickelt werden. Auch das EEG kann nicht, wie sonst so häufig eingesetzt mit metallischen Sensoren eingesetzt werden. Die Mühe lohnt sich, da neue Erkenntnisse gewonnen werden können, wenn die verschiedenen Informationen nun zeitlich synchron “übereinander” gelegt werden können. Für die forschenden Menschen ist dieses Zusammenspiel höchst Umfangreich, das Studium ist sehr anspruchsvoll. Für die Studie in diesem Fall werden verschiedene Messungen durchgeführt, an gesunden Menschen, Menschen mit leichten Symptomen und Leute, die erkrankt sind. Es gibt 9 Gruppen mit je 20 Probanden.  Es werden bestimmte Marker gesucht, GABA-ergenen System, Glutamat System und Zuckerstoffwechsel (Glucosestoffwechsel). Auf trimage.eu ist zu lesen, wo geforscht wird und wie der Schizophrenie neuartig entgegengewirkt wird.

Die Durchführung der Untersuchen fand sehr zeitig ab, zunächst wurden telefonisch einige Dinge abgefragt. Am ersten Testhalbtag war ich von 12:30 Uhr bis ca. 17:45 Uhr im Forschungszentrum Jülich beim Institut für Neurowissenschaften & Medizin 4 (INM-4). Ich war noch nie im Forschungszentrum, obwohl ich die meisten meiner 37 Lebensjahre im Kreis Düren verbracht habe. Ich habe zu verschiedenen Zeiten Leute kennengelernt, die dort arbeiten und weiß, dass coole Dinge dort gemacht werden. Das (Arbeits-) Umfeld scheint sehr gut zu sein und auch bei meinem Besuch traf ich auf freundliche und engagierte Menschen.
Also, am ersten Tag wurde die Neuropsychologische Untersuchung gemacht, ein Interview, mit kurzem Abriss aus meinem Leben, eine ganze Menge Fragen und Test für kognitive Fähigkeiten, Konzentration, Ausdauer u.s.w. Dinge, die ich schon mal früher in der Psychiatrie gemacht habe und was viele Leute kennen.
Ich hoffe, dass es weiter noch für Mensa e.V. reicht. :-))
Ich glaube, dass ich bei den Test schon ganz gut abgeschnitten habe. Es ist aber keine Prüfung, es gibt nichts zu bestehen und es kommt auch nicht irgendetwas mit schlechter Note zurück, was korrigiert und gelernt werden muss. Einfach dorthin gehen und machen, ok, es ist nicht verkehrt, ausgeschlafen zu sein. Die Prozedur war bekannt und ich habe entspannt mitgemacht. Es ist ein wenig wie spielen und mir macht so etwas Spaß, gerade weil es nichts zu verlieren gibt. Ich denke, dass mit dieser Einstellung ein relativ genaues Ergebnis entsteht und für die Forschung ist das wichtig.
Am Abend traf ich noch Freunde in Düren, doch ich war erst etwas aufgedreht und dann schlagartig Müde. Ich war früh zu hause und schlief sofort ein. Der Test hat das Gehirn ausreichend gefordert.

Am nächsten Tag war dann die eigentliche Messung. Ich war viel zu früh wach und eine Aufregung war nicht zu leugnen. An diesem Tag wurde ich per Taxi transportiert, ich wurde gegen 8:30 Uhr abgeholt und war etwa um 14 Uhr wieder zu hause. Die Abläufe waren gut erklärt, die Verkabelung brauchte einige Zeit. Bis 64 (63) EEG Sensoren angebracht und justiert sind, vergeht eine gewisse Zeit. Es wurde auch die Kopfgröße gemessen und es gab eine kleine Anekdote am Rande:

Für irgend etwas am Kopf zu messen, wurde ein etwas älteres Gerät benutzt und die Software dazu lief auf einem offline Win XP Laptop. Da stand Anmeldung auf dem Bildschirm, ab der Desktop erschien nicht. Während der Verkabelung, aber auch vom Gespräch am Vortag hatten wir uns etwas unterhalten, teilweise auch auf Englisch, da das Forschungszentrum international besetzt ist. Da nun bekannt war, das ich als Systemadministrator arbeite, wurde ich gefragt und mit der routinemäßigen Antwort, entweder Str-Alt-Entf oder Esc Taste lag ich genau richtig und der Desktop erschien. “I got this Job”. Und ich sagte, dass alte Systeme auch gut in virtuellen Maschinen laufen und damit älteres Equipment per seriellen Anschluss mit neuen Computern funktionieren. Eine kurzes Co-Working.  Da ich auch interessiert war, wie viel Daten da produziert werden, unterhielten wir uns auch dazu. Am Vortag war noch die Info, dass etwa 100 Gigabyte entstehen, am Messtag und die Infos von den Leuten am Gerät war dann, dass es etwa 10 Gigabyte sind, RAW Daten.  Da ja nur nach ganz bestimmten wenigen Markern gesucht wurde, kann erahnt werden, wie viel Daten ein ganzes Gehirn wären.

In wenigen Minuten Abständen wurde Blut abgenommen und zweimal musste die radioaktive Substanz in den Körper gelangen. Dazu sollte am rechten und linken Arm jeweils ein Zugang angebracht werden. Normalerweise und seit etlichen Jahren ist die quartalsmäßige Blutabnahme nie problematisch gewesen, doch für den Zugang musste ein Röhrchen eingeschoben werden. Die Venen waren getroffen, aber an beiden Armen wollten die Röhrchen nicht hinein. Meine Frage wurde bejahrt, dass unbewusste Aufregung den Körper in eine Art Schutzmodus versetzt und nun mein Körper so etwas wie “Schutzschilde hoch” machte. Ich hätte auch mehr trinken müssen. Auf dem Handrücken hatte es dann zum Glück geklappt. Dass zwei Leute auf beiden Seiten sich um das Blut kümmern ist etwas, was im Medizinalltag so nicht vorkommt.

Nun war ich präpariert es ging in die Röhre. Also es wurde der Körper entsprechend gesichert und positioniert. Der Kopf etwas fixiert. Soweit es ging mit Polstern sollte es angenehmer gemacht werden, ein Tuch oder eine Decke gabt es auch. Es musste einige Minuten gewartet werden, da die radioaktive chemische Substanz frisch hergestellt wurde. Mit einer Halbwertszeit von 20 Minuten sollte ein gewisses Timing eingehalten werden. Die Enge war kein Problem, eher das ruhig liegen bleiben. Nach einer Stunde war eine kurze Pause und der zweite Teil wurde ohne EEG und Blutzugang gemacht, nochmal 15 Minuten. Die letzte Viertelstunde des ersten Teils drückte dann am Hinterkopf die EEG Anschlüsse etwas unangenehm und auch Arme und Beine verkrampften immer wieder etwas. Ich war bemüht, mich zu entspannen. Als die Anschlüsse dann drückten, war es auch die längste Messung zusammen mit einem sehr krassen schnell piependen Ton, der etwas zu laut war. In diesem Moment war ich nicht in der Komfortzone. Ich war nicht entspannt. Einen Tag später sagte mit ein Mensch, dass vielleicht der Stress sogar für die Messung erwünscht war. Das kann dann schon sein und dass im Gehirn bei verschiedenen Zuständen verschieden Dinge passieren und auch sichtbar werden. Ich konnte bei Bedarf kommunizieren und mittels Sprechanlage konnten auch Instruktionen durchgegeben werden. Das Mikro der Zentrale war erst zu leise und bei der Pieptonsequenz war es dann zu laut eingestellt. Die meisten Messungen waren ohne diesen Ton. Ich sollte nur die Augen auf oder zu halten. Über einen Spiegel und mit einer Brille ohne Metall sah ich Mr Bean und Tierfilmaufnahmen ohne Ton. Die Messanlage hatte auch verschiedene Messmethoden, daher waren die Betriebsgeräusche unterschiedlich. Je nach dem rappelte auch die Anlage, es war dann zu spüren, dass Kräfte etwas bewegten. Es war etwas laut, auch mit Gehörschutz, aber im Großen und ganzen vergleichbar mit einer Industrieanlage, empfand ich nicht schlimm.

Irgendwann war alles schnell vorbei. Das Gel vom EEG konnte ich am Schluss in einer Dusche auswaschen. Irgendwie hatte ich rappel und da ich die Nacht kurz geschlafen hatte, den Vortag noch nachwirke, war ich ko. Mir wurde angeboten, meine Aufnahmen zu sehen. Ich lehnte ab. Ich bekomme per E-Mail eine 3d Sequenz, zur Erinnerung, die optisch gut aussieht, aber für die Wissenschaft eher uninteressant ist. Ob ich die Aufnahmen mir doch hätte angucken sollen und ob ich noch etwas interessantes über mich in Erfahrung hätte bringen können, diese Chance ist vertan. Aber ich gucke mich auch kaum im Spiegel an. Natürlich ist es nicht verkehrt, etwas über sich zu wissen. Manches aber vielleicht auch besser nicht. Hauptsache, die Wissenschaft kann mit den Daten arbeiten, ich hoffe, dass dieser kleine Beitrag von Nutzen sein wird.

Schizophrenie Forschung, moderne Messmethoden und hoffentlich kein psychotisches Verarbeiten

Als früher gelernter technischer Zeichner habe ich meine einfachen Gedanken gemacht. So eine Forschung kann im ungünstigsten Fall psychotisch verarbeitet werden, z.B. als Thema Braincopy.

Meine wage Vermutung ist, dass das Kopieren von Gehirndaten Jahrzehnte oder Jahrhunderte entfernt ist.  Die Kräfte, die die Vibration in der Anlage verursachten und die Vorstellung, wie fein die Gehirnstrukturen sind, lässt mich stark annehmen, dass möge es zwar die modernste Messanlage sein, diese dazu nicht ausreicht. Und das langsame Auslesen, als ob ein Leben nicht reichen würde, so langsam die Daten da raus zu bekommen. Vorher sterbe man eher an Verstrahlung, die nötig wäre.

Ganz klar, kein Gedanke, kein Wissen, keine Erinnerung kann so exportiert werden. Die EEG-MR-PET Messung war auf paar Marker reduziert, was ein Millionstel oder Milliardstel des Gehirns ausmacht. Das Gehirn funktioniert in Echtzeit, das Auslesen in Echtzeit nach mir, nach Jahrhunderten.

Aber wen die wenigen Informationen, die allein schon so kompliziert sind, reichen, psychotische Schübe aufhalten zu können, ist viel getan und ein subjektiv besseres Leben damit schon möglich.

Zur radioaktiven Substanz: Ich habe mal mit meiner Rechenkompetenz einen Überschlag gemacht. Ich habe zwei Jahresdosen Strahlung von der natürlichen Dosis in ca. 80 Minuten abbekommen. Das ist dann punktuell kurz das 15.000 fache. Durch die Halbwertzeit von 20 Minuten müsste spätestens nach 5 Stunden alles wieder absorbiert sein. Die Menschen in Tschernobyl, bzw. die 1000 Liquidatoren am ersten Tag haben die 1000 bis 10.000 fache Jahresdosis abbekommen. Das ist extrem viel Mehr. Meines Wissens wurden diese Menschen eine viertel Stunde am Reaktor eingesetzt, also punktuell das 50 Mio bis 500 Mio fache haben diese abbekommen.

Auf Strahlung sollte schon geachtet werden, allerdings weiß ich auch, dass das Leben ein klein wenig Strahlung zur Existenz benötigt.

Interessant noch, 1992 waren aus Moskau Menschen im damals noch Kernforschungszentrum Jülich zu Gast, die beruflich mit Kernkraft arbeiteten. Irgendwie ergab sich dann, dass es einen Schüler*innenaustausch zwischen dem Gymnasium am Wirteltor Düren und den Kindern der Eltern, die in Moskau mit Kernkraft arbeiteten zustande kam. Ich selbst hatte nicht teilgenommen, aber es haben Schüler*innen vom Wirteltor Menschen kennengelernt, die als Liquidatoren in Tschernobyl waren. Irgendwie klein die Welt mit ihren Menschen und Themen.

Das Insolvenzverfahren ist eröffnet

Vor etwas über einem Jahr berichtet ich, dass ich mit meinen Kreditkarten völlig überschuldet bin. Die Konsumschulden wuchsen mir über den Kopf und die Zinsen waren hoch. Ich hatte ein paar wenige Termine bei der Schuldenberatung nun im letzten Jahr. Die verschiedenen Schritte benötigten wegen Fristen eine gewisse Zeit. Der Part der Schuldenberatung ist abgeschlossen. Sollte ich Fragen in der Zukunft haben, steht sie mir zur Verfügung.

Der Insolvenzantrag wurde Ende Februar an das Amtsgericht Aachen geschickt.

Das Insolvenzverfahren ist seit dem 01.03.2018 12:36 Uhr eröffnet und ich habe nun eine Insolvenzverwalterin.

Die Prozedur geht weiter. #makeGollumschuldenfreiagain

Schlechte Blutwerte, falsche Annahmen und Nahrungsgedöns – Warum bin ich so müde?

Ich habe keine Ahnung von Ernährung und Medizin, nur wer hat das schon. Ein paar Blutwerte sind nicht so toll, seit Jahren. Die Psychopharmaka sorgen für seelische Stabilität, die Leber arbeitet hart daran. Ob die Medikamente schuld an den schlechten Blutwerten sind oder meine ungesunde Ernährung?

Die Nieren wurden schon zweimal untersucht in den letzten drei Jahren, erst mal nur Fehlalarm.

Vor 13 Jahren hörte ich auf zu rauchen, Cannabis hatte ich noch früher zum letzten mal geraucht und Alkoholkonsum wurde immer weniger, seit fünf Jahren bin ich abstinent.

Mein langjähriger Psychiatrie Doc ging in den Ruhestand und meine neue Psychiatrie Ärztin, die ich jedoch vom Psychoseseminar schon kannte, dämpft mein Vertrauen mit “Ja, die Leber, Alkohol…”.

Bei der letzten Blutabnahme vom 05.02.2018 zahlte ich 38,50€ selbst für den zusätzlichen CDT Test. Der Wert <0,4 zeigt, dass ich die letzten Wochen und Monate kein Alkohol getrunken habe.

Nächste Woche werde ich in der Psychiatrie Ambulanz das Ergebnis vorlegen und hoffe, dass die Behauptung korrigiert wird. Ich habe deutlich über zehn Jahre an meiner psychischen Genesung gearbeitet und möchte mir meine Reputation nicht zerstören lassen. Mein Haus Doc meint schon jahrelang, dass die Leberwerte von den Medikamenten herrühren.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich meine Konzentration in den letzten Jahren verbessert hätte, würde ich weiterhin Drogen konsumieren. Das was ich im IT Bereich in den letzten Jahren gelernt und aufgebaut habe, fordert Fokussierung und Konzentration., trotz psychotischen Eigenschaften im Kopf.

Aber warum bin ich so müde?

Seit wenigen Monaten ist mein Schlafbedarf von teilweise 12 auf 14 Stunden gestiegen, zehn Stunden sind es sehr oft, seit dem ich Medikamente nehme. Ob das alles auf die Medikamente zu schieben ist? Immerhin, wenn ich wach bin, bin ich agil. Dann fällt es den Leuten nicht auf, dass ich nur den halben Tag nutzen kann.

Macht Zucker müde?

Ja und nein? Aber bei mir möglicherweise dann doch mehr ja. Zucker und Kohlenhydrate könnten mir seit einem halben Leben möglicherweise nicht so gut getan haben. Seit einigen Jahren esse ich so gut wie kein Brot mehr. Brot liegt mir quer im Magen. Da ich kein Kaffee vertrage, ich aber Koffein süchtig bin, trinke mein halbes Leben viel zu viel Cola. Kakao trinke ich auch gerne, hatte ich aber reduziert, wegen der Milch. Dazu dann halt all die Beilagen, Pommes frites, Kartoffeln,  Reis und Nudeln.

Low-Carb

Ich kenne mich mit den ganzen Begriffen und Diäten nicht aus. Und ich möchte das nicht zum Hauptthema machen. Essen muss schnell und billig sein. Ab und dann kann ich mir sehr feines, gut zubereitetes Essen gönnen, gemacht von Menschen, die das können.

Den Begriff Low-Carb habe ich vor vier Tagen zum ersten mal gehört und dann gleich von drei Wesen in unterschiedlichen Bubbles. Was ich seit vier Tagen mache, nennt sich wohl so. Vor einem dreiviertel Jahr startete ich schon mal diesen Versuch und scheiterte nach zwei Tagen, weil ich Cola und Kakao durch Wasser ersetzt habe. Ich habe vor vier Tagen zum ersten mal Koke Zero getrunken und war direkt überzeugt. Somit ist die Koffein Zufuhr gesichert und es schmeckt noch nach was, nicht wie Wasser.

So kann die irrsinnige Menge Zucker erspart bleiben.

Fett, statt Zucker

Ich probiere eine Ernährungsumstellung aus und die zukünftigen Bluttest werden zeigen, was sich verändert.  Zunächst ein paar Wochen Diät, d.h. kein oder sehr wenig Zucker und Kohlenhydrate. Später können Kohlenhydrate wieder ein wenig dazu kommen, der Zucker sollte dauerhaft verbannt werden.

Das bedeutet:

  • Wasser und Koke Zero statt die classic Cola
  • Sehr deutlich weniger Pommes, Kartoffeln, Reis, Nudeln, Obst
  • kein Brot
  • sehr, sehr selten Kakao

Das Essen ist dann Fleisch, Fisch, Gemüse und Salat.

Ich hoffe dadurch etwas weniger schlafen zu müssen.

Worauf zu achten ist:

  • Zwar weniger zu schlafen, aber gucken, dass das Gehirn nicht unterzuckert
  • Mit wenig Kohlenhydrate und fast kein Zucker nicht depressiv zu werden
  • Achten, dass kein Schizo Gefühl aufkommt, wenn doch sofortige Beendigung des Experimentes und Kontaktierung des Psychiatrie Docs
  • Was meint der Margen? Auf das Bauchgefühl achten

Nachtrag folgt, guten Appetit.

Verschiedene Arbeitswelten, ein Würfel und Umstände: So kann ich nicht arbeiten, oder doch?

Es kann kein Zufall sein: Meine neue Cthulhu Pan und Paper Spielgruppe spielt die erste Staffel Episode eins und zwei und wir haben es im Spiel mit einem magischen Würfel zu tun.  Ein paar Tage vor der letzten Spielrunde (letztes Wochende) fällt mir mein 40x40x40 Stahlwürfel in die Hände, den ich 1998 selbst bearbeitet hatte, im Zuge meiner ersten Ausbildung, kurz bevor mich Depression und Schizophrenie meinen Totalausfall hatte und die Lehre abbrach. Der Würfel ist genau das richtige Mitbringsel für die Spielgruppe und wird uns begleiten.

Ich hatte mich vor ein paar Tagen fehlerhaft über die Eigenschaften des Würfels geäußert. Hier folgt nun die Korrektur und ich nutze die Gelegenheit, zu berichten, wie dieses Objekt entstanden ist, welche Ansprüche ich an mich selber habe, wie schlechtes Werkzeug und schlechte Arbeitsbedingungen  mich sagen lassen: So kann ich nicht arbeiten. Ein Querschnitt durch meine erlebten Arbeitswelten. Und wie es doch funktionieren kann.

In der Schule war es noch so, dass wenn mich etwas interessierte, ich voll dabei war und ja, wenn nicht, dann war die Leistung schlecht. In der bezahlten Arbeitswelt war und bin ich motivierter. Ich habe den Anspruch, für Geld muss auch Qualität geliefert werden. Die Jahre in der Werkstatt für Menschen mit Behinderungen waren schwierig, da statt Qualität mehr Geschwindigkeit verlangt wurde. Schon als Kind wollte ich “perfektes Basteln” erreichen. So Einiges wurde angefangen und blieb unfertig zurück, weil es nicht gut genug für mich war. Es war ein langer Weg im Leben, zu wissen, was kann ich wie gut, was lasse ich bleiben. Mit Murks ebenfalls klar kommen. Mir ist Design weniger wichtig, Qualität bedeutet für mich Stabilität und Funktionalität. Seit meiner Ausbildung zur technischen Zeichner*in weiß ich. dass wenn etwas statt 1/100 Millimeter 1/1000 Millimeter genau sein soll, dieses Ding 100x oder mehr teurer wird.

1998 begann ich meine Ausbildung zur Verpackungsmittelmechaniker*in, die ich nach neun Monaten abbrach. In der Berufsschule 16 in Köln war ich Mobbing ausgesetzt und auch so wurde es dunkel mit mir, ich wurde schwer krank.
Ich war in verschiedenen Bereichen, in der Konstruktionsabteilung lernte ich ein spezielles CAD Programm für Wellpappenkartons auf Unix kennen, vier Jahre bevor ich meine zweite Ausbildung in Heidelberg anfing. In der Schlosserei passte gar nichts zusammen. Mein Wunsch nach Perfektion und wie extrem langsam ich war.

Dieser tolle Würfel aus VA Stahl 40x40x40 mm entstand in 1½ Monaten und kostete den Betrieb umgerechnet mehr als 800€.

Heute weiß ich, wie schlecht bzw. wie ungenau das Messwerkzeug war. Dazu zwei Links:
https://de.wikipedia.org/wiki/Messschieber
https://de.wikipedia.org/wiki/Haarlineal

Messfehler beim Messschieber können zwischen 0,01 und 0,2 Millimeter liegen. Keine Chance, genau zu arbeiten. Mit meinem sehr wenig genutzten digitalen Messschieber und dem sehr verhunzten analogen Messschieber mit Nonius aus der Schlosserei damals gibt es eine Abweichung, mein Würfel scheint deutlich zu groß zu sein im Bereich ca. +0,28 bis +0,48 Millimeter..

Mit dem Haarwinkel konnte ich genauer arbeiten. Der Würfel ist zwar in den Ausmaßen sehr ungenau, mir ist es aber gelungen, ihn sehr rechtwinkelig und eben hinzubekommen. Eine Seite, von allen vier Seiten gemessen, lässt kein Lichtspalt sehen, d.h. laut dem oben genannten Wikipedia Artikel sollte diese Seite 2/1000 mm genau sein. Der Feinschliff erfolgte mit Schmirgelpapier und Kreide.

Vielleicht aus Neid gab der Geselle mir die Anweisung, mit der 2 Meter 50 Jahre alten sehr groben Standbohrmaschine die Augen zu bohren. Damit war der Würfel hinüber.

Es entstanden noch andere Basteleien, unter Anderem ein Werkzeugkasten aus VA Blech.

2006 arbeitete ich in einem Konstruktionsbüro. Ich war Berufsanfänger*in in einem Beruf, den ich nur theoretisch gelernt hatte. Ich konnte das CAD Programm bedienen und Skizzen übertragen, Dinge ausmessen. Wie Fertigungsverfahren genau abliefen, was wie hergestellt wurde, war mir unbekannt. In dem Büro arbeiten 4 Leute, der Auftrag war eine Maschine, groß wie ein Doppelhaus. Ich gab Gas, machte Überstunden. Die Gesundheit war sehr wackelig und noch nicht die passende Medikation gefunden.

Der 12 Stunden Sonntag ließ mich dann scheitern. Alle anderen waren bei der Montage vor Ort ein paar Hundert Kilometer entfernt und ich alleine im Büro, um die telefonischen Anfragen der Zulieferer zu beantworten. Alle fünf Minuten ging das Telefon und ich durfte einsame Entscheidungen treffen, wenn z.B. Schrauben statt von der einen Seite nur auf der anderen montierbar waren. Den Blick auf einem mehreren Quadratmeter großen Zusammenbauplan und hunderten Einzelteilzeichnungen.

Ich habe nie erfahren, ob und wie viele Fehler ich da gemacht habe. Ich zog die Notbremse und kündigte.

Heute arbeite ich als Systemadmin, ich habe 10 bis 12 Jahre Genesung erfahren, weiß, was ich versprechen kann und was nicht. Mit den Computerdingen habe ich einfach wesentlich mehr Erfahrung und bin mit den Sachen routinierter und kann Probleme effizienter lösen, als mit den Berufen, die das Arbeitsamt mir nahelegen hat. Die mir vom Arbeitsamt vorgeschlagenen Berufe haben mich krank gemacht. Ich musste lernen, auf mich zu achten und zu hören. Und die Chance für den Quereinstieg bekommen. Damit hat das Tun und Handeln von heute eine bessere Zukunft, bestimmt!

Huch, wieder arbeiten

Als im Oktober und Anfang November noch die Vorbereitungen für das Barcamp liefen, dachte ich, danach und der Dezember wird ruhig. Es kam überraschend eine Veränderung. Zu tun gibt es wohl immer was.

Vor 3 1/2 Wochen, Ende November 2017 bekam ich eine Nachricht von einer Person, die ich im Sommer beim Co-Working Space in Düren kennengelernt habe. “Matthias, guck mal, das könnte interessant für dich sein.” In Aachen suchte ein Verein für Fortbildungen im künstlerischen Bereich einen Systemadmin für 10 Stunden im Monat. Vom Zeitlichen genau, was ich suchte, um etwas dazu verdienen zu können, ähnlich wie in der Werkstatt, vom Zeitumfang aber effizienter. Ich rief an, es ging dann Schritt für Schritt weiter. Telefonat, Vorstellungsgespräch, Probearbeit ab 4. Dezember 2017.

Somit öffnete sich eine Gelegenheit und ich arbeite wieder, nachdem ich vor 1 3/4 Jahr die Werkstatt verlassen hatte. In dem Gespräch konnte ich mich darstellen, ja, ich war mal sehr krank, erlebte jedoch Genesung und weiß, worauf zu achten ist. Um den Quereinstieg als Systemadmin zu schaffen, war es genau richtig, was ich seit Jahren ehrenamtlich gemacht habe. Serveradministration für Dienste und Webanwendungen und Hosten von CMS, da hatte ich die letzten zehn Jahre was aufgebaut, worauf ich nun referenzieren kann.

Die Leute und der Ort selbst empfand ich beim ersten Treffen dort sehr angenehm. Ich bin sehr froh, mich von Anfang an nicht verstellen zu müssen und einfach ich selbst sein kann. So begann der erste Arbeitstag ohne Anspannung. Die ersten Aufgaben konnten gut erledigt werden. Natürlich werde ich die nächste Zeit mir alles genau angucken und die Dokumentation lesen, wie das vorher alles eingerichtet wurde. Ich vertraue darauf, was ich seit über 27 Jahren alles gelernt und angewendet habe. Die Probezeit wird zeigen, ob das alles passt.

Und urplötzlich habe ich nun die Chance, mich beruflich als Systemadministrator*in behaupten zu können. Somit geht es 2018 weiter, ich freue mich.

Ich stinke

Als ich von 1995 bis 2005 fast 50 Zigaretten am Tag rauchte, war das deutlich zu riechen. Als ich aufhörte zu rauchen, konnte ich selbst wieder mehr schmecken und riechen. Ich merke die Feinheiten, kann aber meist nicht viel zu Geruch oder Geschmack sagen. Tabak, Alkohol diverse Drogen kann ich zuordnen. Reinigungsmittel, Waschmittel, Kosmetika und Parfum empfinde ich als beißend.  Manches Essen (er)kenne ich.

Ich schwitze sehr schnell. Wenn ich was trage oder eine Strecke gehe, stinke ich sofort. Leute meinen, ich solle mich mehr bewegen. Ich bin meistens auch falsch gekleidet. Wenn es draußen kalt ist und ich in beheizte Räume oder Verkehrsmittel einsteige, schwitze ich binnen Sekunden. Wenn die Temperaturen bei 22°C liegen und ich mich nicht bewege, ist alles gut.

Ich dusche mich und wasche meine Wäsche. Bevor ich unter Leute gehe, dusche ich. Das Duschzeug und die Waschmittel riechen sehr unterschiedlich. Ich weiß nicht, was davon gut oder schlecht riecht. Bei langen Tagen wird es schwierig.

Zu Weihnachten bekomme ich dann nicht selten sowas geschenkt:

Deo

Ja, ich stinke, sonst würden Leute mir nicht Deos schenken. Nur dieses Zeug riecht beißend und sehr unterschiedlich, ich weiß nicht ob gut oder schlecht.

Wir reden ja alle offen miteinander, oder nicht? Ich bin vielleicht okay aber irgendwie ist es schwer zu sagen, “Du stinkst.”. Nun diese Geschenke sagen es ja dann deutlich. Wenn so eine Deo Flasche sprüht, zieht sich mein Hals zu und ich meine zu ersticken. Vielen Dank, ich soll jetzt mehrmals täglich mich ein sprühen und dieses Erstickungsgefühl haben.

Ich habe freundlich die “Geschenke” angenommen und war da wohl selbst nicht ehrlich. Wie gehen wir nun miteinander um? Ich selbst bin mit meinem Affenkörper nicht zufrieden. Wenn unsere Freundschaft nur auf Geistiges basiert, aber der Körper ekelhaft ist, sollten wir uns nicht mehr treffen und nur noch über Entfernung kommunizieren.

Ich bitte um Rückmeldung.

Nachtrag 1:

Schon Rückmeldungen nach einer viertel Stunde. 🙂 Danke.

Es gibt geruchlose Antitranspirant, die nicht gesprüht werden müssen als Deo-Creme, Deo-Roller, Deo-Sticks und Deo-Kristalle. Ich werde ausprobieren und berichten.

Ich habe mich gerade getraut, eine dieser Gasflaschen zu benutzen. Wenn ich vorsichtig bin, könnte das gehen. Ich habe mies in Erinnerung, wenn Leute volles Programm eine Gaswolke bildeten.  Das riecht, aber ich weiß nicht ob gut oder schlecht. Anscheinend wollen Menschen das so haben. Ich werde mich dann wohl daran gewöhnen müssen, bin ja kein Affe, oder?

Wieder Spiele spielen

Ich hatte eine analoge Kindheit noch und spielte Spiele ohne Computer. Viele Namen der Spiele habe ich vergessen, es waren zahlreiche. Darunter die bekannten Brettspiele Mensch ärger dich nicht, M0n0p0ly, Mühle, Schach. Die Kartenspiele Maumau, Uno, Canaster. Und so einige mehr. Natürlich auch Würfelgedöns.

Ab meinem 10. Geburtstag 1990 konnte ich Computerspiele spielen: Bubble Bobble, Rick Dangerous, Sim City, Railroad Tycoon, Giana Sisters, Test Drive, Super Hang on, Lemmings usw. noch auf einem Commodore Amiga 500. Als ich etwa 16 Jahre alt war, spielte ich sehr viel Doom und Autorennen.

Ich konnte früher schlecht verlieren. Manche Spiele waren sehr einfach, sodass das Interesse schwand. Andere waren für mich nicht zu schaffen und frustrierten mich. In meiner Jugendzeit war ich sehr frustriert, daher wohl auch das Rumgeballer mit den Ego Shootern. Meine erheblichen Konzentrationsstörungen in der Schule, beim Spielen war ich auch unkonzentriert.

Als ich über meine Psychose erfuhr, Medikamente nahm, die mich drosselten, schwand das Interesse an Spielen. Wohl, da ich mein Verhalten anfing zu ändern. So habe ich die letzten 15 Jahre sehr wenig gespielt, ich war mit dem Auffinden der Realität beschäftigt und gestaltete mich und Dinge.

Wieder Freude an Spielen finden

Vor ein paar Wochen war ich mit Freunden in einem Escape Room. Zunächst war ich besorgt, in einem Raum ähnlich meiner Wohnung zu gelangen, es war dann aber nicht so schlimm.  Ich kann überhaupt nicht sagen, wer vom Team genau was gemacht hat. Es hat mir aber sehr gefallen.  Wir hatten die richtige Schwierigkeitsstufe, wir hatten es 1 1/2 Minuten vor Ablaufen der Zeit uns aus dem Raum hinaus geknobelt.

Die letzten zwei Wochenenden habe ich mit Freunden das Pen & Paper Spiel Cthulhu gespielt. Wir haben ca. 12 Stunden für das Szenario gebraucht. Die Spielleitung durchgeführt von einem Menschen, der beruflich mit Spielen arbeitet und Computerspiele entwickelt, nutzte die Gelegenheit für neuer Spielerfahrungen, Die Gruppe war mit sieben Leuten groß, die eine Hälfte Pen & Paper Erfahren, die andere Hälfte neu dabei.

Cthulhu ist eine interessante, für mich neue Erfahrung, zu spielen. Eine Geschichte, in der die Charaktere eingreifen und die Handlung beeinflussen. Das Gelingen oder Scheitern ist vom Charakter Bogen einmal  vorgegeben und wird zusätzlich gewürfelt. Mit sehr verschiedenen Würfeln, ich hatte mein ganzes Leben nur W6 gekannt. Wir spielten im Jahr 1920 in Köln und Call und in der damaligen Realität. Cthulhu ist meistens nah an realistischen Dingen, die mysteriösen Teile nehmen nicht zu viel Platz ein.

Spiele, die mir gefallen, Leute und Freunde, die ich gerne hab. Sie mussten gefunden werden.

Die Lokale Agenda 21 in Düren veranstaltet das dritte Dürener Barcamp – Ich werde teilnehmen

Barcamps gefallen mir, da es gewisse Ähnlichkeiten mit Trialogforen hat. Deshalb funktionieren sie. Es ist das gewisse erste mal, das Leute erleben müssen. Ein Barcamp ist themenoffen, es ist vorab nichts festgelegt. Nur die Teilnehmerzahl wird durch eine Anmeldung gedeckelt, damit für ausreichend Verpflegung gesorgt werden kann. Diese wird durch Sponsoren gewährleistet. Und die Anzahl der Räume und die Zeitfenster sind festgelegt. Zunächst stellen sich alle teilnehmenden Personen mit Namen und drei Stichpunkte vor. Direkt danach werden die Sessions eingeteilt, d.h. im Prinzip können und sollen alle Leute den Plan füllen und Vorträge oder Diskussionsrunden leiten und mitgestalten. Durch Handzeichen wird signalisiert, ob viele oder wenige sich für ein Thema interessieren (um die Größe des Raumes kalkulieren zu können) und bei ähnlichen Themen können Sessions zusammengelegt werden. Eine Session dauert 45 Minuten, i.d.R. 30 Minuten Vortrag und 15 Minuten Diskussion. Pro Stunde gibt es eine Session pro Raum. Wenn ein Thema nicht gefällt, kann der Raum gewechselt werden. Es gibt genug Pausen, eine große Mittagspause mit Essen und Getränke, sodass die Menschen sich vernetzen können. Ein Barcamp kann ein Wochenende sein mit zusätzlichem Rahmenprogramm.

Die Lokale Agenda 21 in Düren veranstaltet nun das dritte Dürener Barcamp.

Ich persönlich trage einen bescheidenen Beitrag bei und engagiere mich bei der Lokalen Agenda 21 in Düren. Es geht darum, lokal vor Ort die Zukunft ökonomisch, ökologisch und sozial so zu gestalten, das ein lebenswerter Planet auch in Jahrzehnten noch oder wieder vorhanden ist. 179 Staaten hatten das Anfang der 1990er Jahre zum Ziel gesetzt. Die Freifunkidee, die ich seit über drei Jahren mitmache, passt als kleiner Baustein gut zur Lokalen Agenda 21 dazu. Natürlich ist die Themenvielfallt viel höher, das macht die ganze Sache aber interessant. Es betrifft uns alle, daher lohnt es sich mitzumachen.

The Circle 2017 – ein de facto reality fiction Film und wie meine Psychose quasi normal wurde

Vor etwa 70 Jahren schrieb George Orwell 1984. Etwas zu sehen, was in Jahrzehnten sein könnte ist sehr schwierig. Damals die Prägung von Weltkrieg und Diktatur, daher ist 1984 sehr düster. Minority Report von 2002 fällt in meine Lebenszeit, wobei die Story auch schon sehr alt ist. 2002 war ich 21 und ich wusste seit knapp zwei Jahren, dass ich psychotisch war. Minority Report war vor 15 Jahren definitiv science fiction und wirkt auch heute noch so, vor allem, weil eine Zeitspanne in die Zukunft geblickt werden kann.

Meine Psychose um die Jahrtausendwende handelt von Kameras, Gedankenlesen und no more secrets. Psychose bzw. die Angst vor etwas nicht genau bekanntes konnte ich gut bezwingen, indem ich mich mit der Technik auseinander setzte, z.B Livevideostreaming. Eine Anwendung, die ich seit 15 Jahre kennen, für mich und andere anwende, eine Dienstleistung.

2017 kommt ein Film, The Circle, der praktisch gesehen ein reality fiction Film ist. Technologien, die quasi vorhanden ist, Webdienste, die genutzt werden, bzw. klar möglich sind. Echtzeitmodus. Da ein gewisser Teil des Filmes schon heute von Millionen Menschen so gelebt wird, kommt er mit einer Normalität daher. Meine Psychose von Anfang 2000, deren Themenabdeckung von dem Film erfüllt wird, kommt auf einmal als etwas ganz realistisches daher.

Der politische Inhalt des Filmes ist für mich schon etwas vergangenes (Piratenparteizeit), was schon nicht so funktioniert hat. Und damit es wie eine Dystrophie  richtig aussieht, geht es um ein weltweites liquid feedback, aber mit Zwang einer 100% Wahlbeteiligung, wie es in den Osrblockstaaten zu kaltekriegszeiten war.. Natürlich mit dem Transparenz Dingsi mit dabei, natürlich sind alle Daten wahrhaftig, kein Betrug, oder doch?

Was im Gegensatz zu 1984 steht und heute eher realistisch ist, dass es für alle Menschen prinzipiell schwieriger wird, Geheimnisse zu wahren. Die Chefs haben da ein Problem, da heute die Admins eine wichtige Rolle einnehmen, zusammen mit den Programmiermenschen die Systeme bauen. Was auch sehr anders zu früheren Dystrophien ist, das die massenhaften Daten relativ allgemein verfügbar sind und das Individuum noch selbst entscheidet, die Infos für was gutes oder schlechtes zu verwenden..

Das die Leute mit ihren Social Media Accounts nur ihre lachenden Gesichter zeigen, ist überzogen. Zu allen Zeiten wurden Fassaden gepflegt und andere Menschen machten genau das Gegenteil. Im heutigen Web ist es bunt gemischt, neben Friede Freude Eierkuchen auch sehr ernstes und manchmal krasses.

Millionen oder gar Milliarden Follower, Du träumst. Schaffe erst mal die ersten 50 Qualitäts- Follower, die so viel Zeit haben, in Echtzeit Deinen Livestream zu gucken. Das meiste ist sowas von banal und wenn es um die Privatsphäre geht, ist eigentlich nur noch Sex gemeint. Einen Livestream laufen zu lassen, dass können alle und koste kaum die Rede wert. Das Webcams meist langweilig  sind, wissen die Leute auch schon zehn Jahre.

Und zum Ende dieses Beitrages etwas über Polizei, Geheimdienste usw.  Es passiert eine Tat. Wie in Minority Report zu sehen ist, funktioniert das nicht. Die Zukunft ist nicht exakt vorherzusagen. Es gibt nur Wahrscheinlichkeiten. Jetzt werden von verschiedensten Akteuren Daten, Bilder, Videos gespeichert, kostet ja nichts mehr. Erst nach einer Tat, weil ja erst ab dann bekannt, können die Behörden all die Daten zusammen fügen. Deswegen ließt und hört man immer in den großen Medien, dass die Tatperson den Behörden bekannt war. Nur, da sind keine Behördenmenschen, die von Millionen Menschen bis ins Detail alles wissen und bewerten. Erst wenn etwas bekannt wird und/oder die Tat passiert, werden die Daten zusammengezogen. Es gibt eine verbreitete Sehnsucht, dass wie bei Minority Report schon vorher Leute aus dem Verkehr gezogen werden. Wie in einem totalitären Staat. Es kann ja über  liquid feedback darüber abgestimmt werden.