Psychosen aus dem schizophrenen Formenkreis

Aufklärung wird heute als ein wichtiges Element im Umgang von Arzt und Patient verstanden. Sie ist nicht nur die juristische Voraussetzung dafür, daß notwendige Untersuchungs- und Behand lungsmaßnahmen dem Arzt nicht als Körperverletzung vorgeworfen werden können. Sie ist vielmehr vor allem eine Maßnahme, die Vertrauen herstellt, die Würde und Selbstverantwortlichkeit des Patienten verdeutlicht und ihn damit zur Mitarbeit an der Behand lung motiviert. Gerade bei psychischen Krankheiten, die in der Öffentlichkeit mit zahlreichen Vorurteilen verbunden sind und über deren Entstehung und Behandlung viele irrige widersprüchliche Auffassungen existieren, kann eine sachliche und verständliche Information über den gegenwärtigen Stand des medizinischen und psychologischen Wissens ein erstes Licht in das Dunkel bringen, das solche seelischen Leiden für den Betroffenen und seine Angehörigen bedeuten. Sie vermittelt neue Hoffnung und zeigt den Weg, wie der Patient seine Krankheit überwinden und sein Leben schließlich wieder frei nach seinen eigenen Vorstellungen bewältigen kann. Die praktische Durchführung einer solchen Aufklärung ist aller dings nicht einfach. Sie soll ja die Tatsachen nicht verharmlosen und beschönigen. Sie darf aber auch nicht durch die Menge und Komplexität der Informationen zur Entmutigung führen und muß immer wieder die bestehenden Heilungschancen deutlich machen. Sie kann sich nicht im Technischen erschöpfen, sondern muß sich an den persönlichen Bedürfnissen und an dem Verständnisvermögen des Patienten und seiner Angehörigen orientieren, die oft unter schiedlich ausgeprägt sind und im Laufe einer längeren Krankheit meist einer Wandlung unterliegen. Es muß eine gemeinsame Sprache gefunden werden, die es den Gesprächspartnern ermöglicht, sich miteinander zu verständigen.