Gemeinschaftshauptschule Vettweiß war einmal

Die Hauptschule Vettweiß hat 2018 ihre Pforten geschlossen. Zwanzig Jahre zuvor absolvierte ich dort meinen desaströsen Abschluss. Es war eine Zeit voller Konflikte, wahrscheinlich war ich schon psychotisch, undiagnostiziert.  Ich war zum Ende des ersten Halbjahres der zehnten Klasse vom Gymnasium dorthin gewechselt, war im Prinzip 10. Klasse, zweites Halbjahr nur dort. Da ich schon die neunte Klasse Gymnasium erreicht hatte, ging nur Hauptschule 10 B. Mein schlechter Abschluss bestand unter anderem aus zweimal Mangelhaft in Deutsch und Englisch, genau die beiden Fächer, mit denen ich ein paar Jahre später in Heidelberg Klassenbeste*r wurde.

Die Lehrer*in, damals stellvertretende Rektor*in, die mich mit zweimal Mangelhaft bewertete, hat nun als letzte Rektor*in der Vettweißer Hauptschule  den Hauptschulbetrieb eingestellt.

Ich könnte Genugtuung spüren. Doch tatsächlich erinnere ich mich an eine traurige Zeit mit total kaputter Kommunikation. Eine gute Aussprache konnte leider nie vollzogen werden. Vor zehn Jahren sagte mir ein*e Wegbegleitung aus jener Zeit nach einem kurzen Wiedersehen im Web:

Das war eine scheiß Zeit.

Immerhin , Bürgermeister*in von Vettweiß ist vom gleichen Abschlussjahrgang, ein Mensch, den ich noch angenehm in Erinnerung habe. Wobei in zwanzig Jahre Leute sich sehr verändern können.

Mai 2018 – Ein unschöner Monat für mich

Der Mai 2018 war für mich mit vier Wochen Depression verbunden. Bei meinem kleinen Job werden 70% angerechnet (SGB XII) und die DSGVO hatte auch Nervenrappel bei mir ausgelöst. Freunde und Familie waren besorgt. Die Tätigkeiten haben mir geholfen, da wieder raus zu gelangen. Mit Ablenkung war im Juni dieser üble Monat vorbei. Ich bin politisch interessiert, das Parteipolitische aus der Timeline zu werfen, hat mir auch gut getan.

Beste Blutwerte seit fast einem halben Leben

Vor zweieinhalb Monaten sah es noch ganz anderes aus, ich schrieb über schlechte Blutwerte, Müdigkeit und das ich meine Ernährung ändere. Ursprünglich wollte ich weniger Müde sein. Es gab aber weiter positive Effekte.

  • Weniger Müde
  • fast 9 kg abgenommen (heute morgen leer 87,35 kg)
  • Blutwerte komplett in Ordnung (seit 18 Jahren nicht mehr so gewesen)
  • Rückendingsi ist weg
  • Sodbrennen ist weg
  • Allopurinol wegen schlechte Harnwerte konnte abgesetzt werden

Mein komisches Essen und Trinken seit der Ernährungsumstellung hat also für meinen Körper die richtige Auswirkung gehabt.

  • fast kein Brot
  • sehr, sehr wenig Zucker
  • Wenig Kohlenhydrate
  • Wenig Fruchtzucker
  • ein, maximal zwei Mahlzeiten am Tag

Was mit der Psyche ist, ist eine andere Geschichte.

Es gibt nichts mehr zu erwarten

Ich habe einen knallharten Dämpfer vom System bekommen, was meine Motivation vernichtet und mich in die Depression treibt. Auf Grund meiner Behinderung kann ich nur stundenweise arbeiten und brauche lange Regenerationsphasen. Trotzdem und aus therapeutischer Sicht sinnvoll möchte ich mich betätigen. Zum einen ist da das Ehrenamt und zum anderen habe ich nach weit über einem Jahrzehnt geschafft, einen Job machen zu dürfen, der cool ist. Ehrenamt kostet Zeit und Geld, es ist im Eckregelsatz der Grundsicherung nicht vorgesehen.. Also war nun die Idee, mit einem Job, ich darf als Admin heute arbeiten, ein wenig dazu zu verdienen, um mir die ehrenamtlich Arbeit leisten zu können. Das Sozialamt, die Sozialpolitik und die verlogene Inklusionspolitik rechnen knallhart ab. 70% werden angerechnet. Von meinem bescheidenen Nettolohn, wovon “Bürger” einmal tanken oder Essen gehen, darf ich 30% behalten. Wenn ich was kaufe, kommt die Mehrwertsteuer dazu.

Mein Beitrag im Internet ist fragil, z.B. Anfragen bezüglich der Datenschutzgrundverordnung, die die Antwort in Papierform provozieren, kosten für meine Verhältnisse extrem viel Geld. Ein paar Trolle können das vernichten. Es gibt keine Kommunikation ins politische System. Ich kann den Wert des Ehrenpreiseses des Kreis Düren für soziales Engagement für die Freifunk Initiative nicht mehr sehen. Meine wirklichen Probleme und Sorgen nimmt niemand im System wahr. Ein Hand voll Freunde und die Restfamilie sind die einzigen Menschen, die mit mir interagieren.  Ich hatte die Illusion, mit digitalen Mitteln einen Rückkanal zur Politik zu haben. Das war ein Trugschluss.

Mir wurde angeboten, dass die Webseiten wer anders hostet und ich damit entlastet werde. Das ist lieb gemeint. Leider wird dieses den Behinderten die Last nehmen dann so aussehen, ihr werdet nicht gebraucht. Neben der quälenden Sinnfrage wird mir dann der Strohalm des Gebraucht werden genommen. Inklusion ist die Illusion, gebraucht zu werden, dabei zu sein.

Die Demokratie wird meine nicht wahrgenommen “privaten” Probleme nicht lösen. Sie kann es schlicht nicht, da es keine Kommunikationswege gibt, die funktionieren. Ich werde nicht mehr wählen gehen.

Schizophrenie Forschung

Ich war vor knapp einem Monat in der Ambulanz der LVR Klinik in Düren zum üblichen Check einmal im Quartal. Dort sah ich einen Aushang, dass Probanden für die Schizophrenie Forschung gesucht wurden. Die Uniklinik der RWTH Aachen und das Forschungszentrum Jülich gucken mit neuen Messmethoden in das Gehirn. Die Bezeichnung der Studie lautet: “Trimodale Bildgebung zur Untersuchung der Schizophrenie mittels simultaner EEG-MR-PET”, eine Messung mit 11C-ABP688-PET. Es wird nach Möglichkeiten gesucht, eine drohende Psychose besser und früher erkennen zu können. Die “Röhre”, die gleichzeitig EEG-MRT-PET aufzeichnen kann, ist besonders und nur an vier Orten in der Welt gibt es dazu die Möglichkeit. Es ist eine technische Herausforderung, da eigentlich der gleichzeitige Einsatz der Messmethoden sich physikalisch ausschließen. Neuartige Detektoren mussten entwickelt werden. Auch das EEG kann nicht, wie sonst so häufig eingesetzt mit metallischen Sensoren eingesetzt werden. Die Mühe lohnt sich, da neue Erkenntnisse gewonnen werden können, wenn die verschiedenen Informationen nun zeitlich synchron “übereinander” gelegt werden können. Für die forschenden Menschen ist dieses Zusammenspiel höchst Umfangreich, das Studium ist sehr anspruchsvoll. Für die Studie in diesem Fall werden verschiedene Messungen durchgeführt, an gesunden Menschen, Menschen mit leichten Symptomen und Leute, die erkrankt sind. Es gibt 9 Gruppen mit je 20 Probanden.  Es werden bestimmte Marker gesucht, GABA-ergenen System, Glutamat System und Zuckerstoffwechsel (Glucosestoffwechsel). Auf trimage.eu ist zu lesen, wo geforscht wird und wie der Schizophrenie neuartig entgegengewirkt wird.

Die Durchführung der Untersuchen fand sehr zeitig ab, zunächst wurden telefonisch einige Dinge abgefragt. Am ersten Testhalbtag war ich von 12:30 Uhr bis ca. 17:45 Uhr im Forschungszentrum Jülich beim Institut für Neurowissenschaften & Medizin 4 (INM-4). Ich war noch nie im Forschungszentrum, obwohl ich die meisten meiner 37 Lebensjahre im Kreis Düren verbracht habe. Ich habe zu verschiedenen Zeiten Leute kennengelernt, die dort arbeiten und weiß, dass coole Dinge dort gemacht werden. Das (Arbeits-) Umfeld scheint sehr gut zu sein und auch bei meinem Besuch traf ich auf freundliche und engagierte Menschen.
Also, am ersten Tag wurde die Neuropsychologische Untersuchung gemacht, ein Interview, mit kurzem Abriss aus meinem Leben, eine ganze Menge Fragen und Test für kognitive Fähigkeiten, Konzentration, Ausdauer u.s.w. Dinge, die ich schon mal früher in der Psychiatrie gemacht habe und was viele Leute kennen.
Ich hoffe, dass es weiter noch für Mensa e.V. reicht. :-))
Ich glaube, dass ich bei den Test schon ganz gut abgeschnitten habe. Es ist aber keine Prüfung, es gibt nichts zu bestehen und es kommt auch nicht irgendetwas mit schlechter Note zurück, was korrigiert und gelernt werden muss. Einfach dorthin gehen und machen, ok, es ist nicht verkehrt, ausgeschlafen zu sein. Die Prozedur war bekannt und ich habe entspannt mitgemacht. Es ist ein wenig wie spielen und mir macht so etwas Spaß, gerade weil es nichts zu verlieren gibt. Ich denke, dass mit dieser Einstellung ein relativ genaues Ergebnis entsteht und für die Forschung ist das wichtig.
Am Abend traf ich noch Freunde in Düren, doch ich war erst etwas aufgedreht und dann schlagartig Müde. Ich war früh zu hause und schlief sofort ein. Der Test hat das Gehirn ausreichend gefordert.

Am nächsten Tag war dann die eigentliche Messung. Ich war viel zu früh wach und eine Aufregung war nicht zu leugnen. An diesem Tag wurde ich per Taxi transportiert, ich wurde gegen 8:30 Uhr abgeholt und war etwa um 14 Uhr wieder zu hause. Die Abläufe waren gut erklärt, die Verkabelung brauchte einige Zeit. Bis 64 (63) EEG Sensoren angebracht und justiert sind, vergeht eine gewisse Zeit. Es wurde auch die Kopfgröße gemessen und es gab eine kleine Anekdote am Rande:

Für irgend etwas am Kopf zu messen, wurde ein etwas älteres Gerät benutzt und die Software dazu lief auf einem offline Win XP Laptop. Da stand Anmeldung auf dem Bildschirm, ab der Desktop erschien nicht. Während der Verkabelung, aber auch vom Gespräch am Vortag hatten wir uns etwas unterhalten, teilweise auch auf Englisch, da das Forschungszentrum international besetzt ist. Da nun bekannt war, das ich als Systemadministrator arbeite, wurde ich gefragt und mit der routinemäßigen Antwort, entweder Str-Alt-Entf oder Esc Taste lag ich genau richtig und der Desktop erschien. “I got this Job”. Und ich sagte, dass alte Systeme auch gut in virtuellen Maschinen laufen und damit älteres Equipment per seriellen Anschluss mit neuen Computern funktionieren. Eine kurzes Co-Working.  Da ich auch interessiert war, wie viel Daten da produziert werden, unterhielten wir uns auch dazu. Am Vortag war noch die Info, dass etwa 100 Gigabyte entstehen, am Messtag und die Infos von den Leuten am Gerät war dann, dass es etwa 10 Gigabyte sind, RAW Daten.  Da ja nur nach ganz bestimmten wenigen Markern gesucht wurde, kann erahnt werden, wie viel Daten ein ganzes Gehirn wären.

In wenigen Minuten Abständen wurde Blut abgenommen und zweimal musste die radioaktive Substanz in den Körper gelangen. Dazu sollte am rechten und linken Arm jeweils ein Zugang angebracht werden. Normalerweise und seit etlichen Jahren ist die quartalsmäßige Blutabnahme nie problematisch gewesen, doch für den Zugang musste ein Röhrchen eingeschoben werden. Die Venen waren getroffen, aber an beiden Armen wollten die Röhrchen nicht hinein. Meine Frage wurde bejahrt, dass unbewusste Aufregung den Körper in eine Art Schutzmodus versetzt und nun mein Körper so etwas wie “Schutzschilde hoch” machte. Ich hätte auch mehr trinken müssen. Auf dem Handrücken hatte es dann zum Glück geklappt. Dass zwei Leute auf beiden Seiten sich um das Blut kümmern ist etwas, was im Medizinalltag so nicht vorkommt.

Nun war ich präpariert es ging in die Röhre. Also es wurde der Körper entsprechend gesichert und positioniert. Der Kopf etwas fixiert. Soweit es ging mit Polstern sollte es angenehmer gemacht werden, ein Tuch oder eine Decke gabt es auch. Es musste einige Minuten gewartet werden, da die radioaktive chemische Substanz frisch hergestellt wurde. Mit einer Halbwertszeit von 20 Minuten sollte ein gewisses Timing eingehalten werden. Die Enge war kein Problem, eher das ruhig liegen bleiben. Nach einer Stunde war eine kurze Pause und der zweite Teil wurde ohne EEG und Blutzugang gemacht, nochmal 15 Minuten. Die letzte Viertelstunde des ersten Teils drückte dann am Hinterkopf die EEG Anschlüsse etwas unangenehm und auch Arme und Beine verkrampften immer wieder etwas. Ich war bemüht, mich zu entspannen. Als die Anschlüsse dann drückten, war es auch die längste Messung zusammen mit einem sehr krassen schnell piependen Ton, der etwas zu laut war. In diesem Moment war ich nicht in der Komfortzone. Ich war nicht entspannt. Einen Tag später sagte mit ein Mensch, dass vielleicht der Stress sogar für die Messung erwünscht war. Das kann dann schon sein und dass im Gehirn bei verschiedenen Zuständen verschieden Dinge passieren und auch sichtbar werden. Ich konnte bei Bedarf kommunizieren und mittels Sprechanlage konnten auch Instruktionen durchgegeben werden. Das Mikro der Zentrale war erst zu leise und bei der Pieptonsequenz war es dann zu laut eingestellt. Die meisten Messungen waren ohne diesen Ton. Ich sollte nur die Augen auf oder zu halten. Über einen Spiegel und mit einer Brille ohne Metall sah ich Mr Bean und Tierfilmaufnahmen ohne Ton. Die Messanlage hatte auch verschiedene Messmethoden, daher waren die Betriebsgeräusche unterschiedlich. Je nach dem rappelte auch die Anlage, es war dann zu spüren, dass Kräfte etwas bewegten. Es war etwas laut, auch mit Gehörschutz, aber im Großen und ganzen vergleichbar mit einer Industrieanlage, empfand ich nicht schlimm.

Irgendwann war alles schnell vorbei. Das Gel vom EEG konnte ich am Schluss in einer Dusche auswaschen. Irgendwie hatte ich rappel und da ich die Nacht kurz geschlafen hatte, den Vortag noch nachwirke, war ich ko. Mir wurde angeboten, meine Aufnahmen zu sehen. Ich lehnte ab. Ich bekomme per E-Mail eine 3d Sequenz, zur Erinnerung, die optisch gut aussieht, aber für die Wissenschaft eher uninteressant ist. Ob ich die Aufnahmen mir doch hätte angucken sollen und ob ich noch etwas interessantes über mich in Erfahrung hätte bringen können, diese Chance ist vertan. Aber ich gucke mich auch kaum im Spiegel an. Natürlich ist es nicht verkehrt, etwas über sich zu wissen. Manches aber vielleicht auch besser nicht. Hauptsache, die Wissenschaft kann mit den Daten arbeiten, ich hoffe, dass dieser kleine Beitrag von Nutzen sein wird.

Schizophrenie Forschung, moderne Messmethoden und hoffentlich kein psychotisches Verarbeiten

Als früher gelernter technischer Zeichner habe ich meine einfachen Gedanken gemacht. So eine Forschung kann im ungünstigsten Fall psychotisch verarbeitet werden, z.B. als Thema Braincopy.

Meine wage Vermutung ist, dass das Kopieren von Gehirndaten Jahrzehnte oder Jahrhunderte entfernt ist.  Die Kräfte, die die Vibration in der Anlage verursachten und die Vorstellung, wie fein die Gehirnstrukturen sind, lässt mich stark annehmen, dass möge es zwar die modernste Messanlage sein, diese dazu nicht ausreicht. Und das langsame Auslesen, als ob ein Leben nicht reichen würde, so langsam die Daten da raus zu bekommen. Vorher sterbe man eher an Verstrahlung, die nötig wäre.

Ganz klar, kein Gedanke, kein Wissen, keine Erinnerung kann so exportiert werden. Die EEG-MR-PET Messung war auf paar Marker reduziert, was ein Millionstel oder Milliardstel des Gehirns ausmacht. Das Gehirn funktioniert in Echtzeit, das Auslesen in Echtzeit nach mir, nach Jahrhunderten.

Aber wen die wenigen Informationen, die allein schon so kompliziert sind, reichen, psychotische Schübe aufhalten zu können, ist viel getan und ein subjektiv besseres Leben damit schon möglich.

Zur radioaktiven Substanz: Ich habe mal mit meiner Rechenkompetenz einen Überschlag gemacht. Ich habe zwei Jahresdosen Strahlung von der natürlichen Dosis in ca. 80 Minuten abbekommen. Das ist dann punktuell kurz das 15.000 fache. Durch die Halbwertzeit von 20 Minuten müsste spätestens nach 5 Stunden alles wieder absorbiert sein. Die Menschen in Tschernobyl, bzw. die 1000 Liquidatoren am ersten Tag haben die 1000 bis 10.000 fache Jahresdosis abbekommen. Das ist extrem viel Mehr. Meines Wissens wurden diese Menschen eine viertel Stunde am Reaktor eingesetzt, also punktuell das 50 Mio bis 500 Mio fache haben diese abbekommen.

Auf Strahlung sollte schon geachtet werden, allerdings weiß ich auch, dass das Leben ein klein wenig Strahlung zur Existenz benötigt.

Interessant noch, 1992 waren aus Moskau Menschen im damals noch Kernforschungszentrum Jülich zu Gast, die beruflich mit Kernkraft arbeiteten. Irgendwie ergab sich dann, dass es einen Schüler*innenaustausch zwischen dem Gymnasium am Wirteltor Düren und den Kindern der Eltern, die in Moskau mit Kernkraft arbeiteten zustande kam. Ich selbst hatte nicht teilgenommen, aber es haben Schüler*innen vom Wirteltor Menschen kennengelernt, die als Liquidatoren in Tschernobyl waren. Irgendwie klein die Welt mit ihren Menschen und Themen.

Das Insolvenzverfahren ist eröffnet

Vor etwas über einem Jahr berichtet ich, dass ich mit meinen Kreditkarten völlig überschuldet bin. Die Konsumschulden wuchsen mir über den Kopf und die Zinsen waren hoch. Ich hatte ein paar wenige Termine bei der Schuldenberatung nun im letzten Jahr. Die verschiedenen Schritte benötigten wegen Fristen eine gewisse Zeit. Der Part der Schuldenberatung ist abgeschlossen. Sollte ich Fragen in der Zukunft haben, steht sie mir zur Verfügung.

Der Insolvenzantrag wurde Ende Februar an das Amtsgericht Aachen geschickt.

Das Insolvenzverfahren ist seit dem 01.03.2018 12:36 Uhr eröffnet und ich habe nun eine Insolvenzverwalterin.

Die Prozedur geht weiter. #makeGollumschuldenfreiagain

Schlechte Blutwerte, falsche Annahmen und Nahrungsgedöns – Warum bin ich so müde?

Ich habe keine Ahnung von Ernährung und Medizin, nur wer hat das schon. Ein paar Blutwerte sind nicht so toll, seit Jahren. Die Psychopharmaka sorgen für seelische Stabilität, die Leber arbeitet hart daran. Ob die Medikamente schuld an den schlechten Blutwerten sind oder meine ungesunde Ernährung?

Die Nieren wurden schon zweimal untersucht in den letzten drei Jahren, erst mal nur Fehlalarm.

Vor 13 Jahren hörte ich auf zu rauchen, Cannabis hatte ich noch früher zum letzten mal geraucht und Alkoholkonsum wurde immer weniger, seit fünf Jahren bin ich abstinent.

Mein langjähriger Psychiatrie Doc ging in den Ruhestand und meine neue Psychiatrie Ärztin, die ich jedoch vom Psychoseseminar schon kannte, dämpft mein Vertrauen mit “Ja, die Leber, Alkohol…”.

Bei der letzten Blutabnahme vom 05.02.2018 zahlte ich 38,50€ selbst für den zusätzlichen CDT Test. Der Wert <0,4 zeigt, dass ich die letzten Wochen und Monate kein Alkohol getrunken habe.

Nächste Woche werde ich in der Psychiatrie Ambulanz das Ergebnis vorlegen und hoffe, dass die Behauptung korrigiert wird. Ich habe deutlich über zehn Jahre an meiner psychischen Genesung gearbeitet und möchte mir meine Reputation nicht zerstören lassen. Mein Haus Doc meint schon jahrelang, dass die Leberwerte von den Medikamenten herrühren.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich meine Konzentration in den letzten Jahren verbessert hätte, würde ich weiterhin Drogen konsumieren. Das was ich im IT Bereich in den letzten Jahren gelernt und aufgebaut habe, fordert Fokussierung und Konzentration., trotz psychotischen Eigenschaften im Kopf.

Aber warum bin ich so müde?

Seit wenigen Monaten ist mein Schlafbedarf von teilweise 12 auf 14 Stunden gestiegen, zehn Stunden sind es sehr oft, seit dem ich Medikamente nehme. Ob das alles auf die Medikamente zu schieben ist? Immerhin, wenn ich wach bin, bin ich agil. Dann fällt es den Leuten nicht auf, dass ich nur den halben Tag nutzen kann.

Macht Zucker müde?

Ja und nein? Aber bei mir möglicherweise dann doch mehr ja. Zucker und Kohlenhydrate könnten mir seit einem halben Leben möglicherweise nicht so gut getan haben. Seit einigen Jahren esse ich so gut wie kein Brot mehr. Brot liegt mir quer im Magen. Da ich kein Kaffee vertrage, ich aber Koffein süchtig bin, trinke mein halbes Leben viel zu viel Cola. Kakao trinke ich auch gerne, hatte ich aber reduziert, wegen der Milch. Dazu dann halt all die Beilagen, Pommes frites, Kartoffeln,  Reis und Nudeln.

Low-Carb

Ich kenne mich mit den ganzen Begriffen und Diäten nicht aus. Und ich möchte das nicht zum Hauptthema machen. Essen muss schnell und billig sein. Ab und dann kann ich mir sehr feines, gut zubereitetes Essen gönnen, gemacht von Menschen, die das können.

Den Begriff Low-Carb habe ich vor vier Tagen zum ersten mal gehört und dann gleich von drei Wesen in unterschiedlichen Bubbles. Was ich seit vier Tagen mache, nennt sich wohl so. Vor einem dreiviertel Jahr startete ich schon mal diesen Versuch und scheiterte nach zwei Tagen, weil ich Cola und Kakao durch Wasser ersetzt habe. Ich habe vor vier Tagen zum ersten mal Koke Zero getrunken und war direkt überzeugt. Somit ist die Koffein Zufuhr gesichert und es schmeckt noch nach was, nicht wie Wasser.

So kann die irrsinnige Menge Zucker erspart bleiben.

Fett, statt Zucker

Ich probiere eine Ernährungsumstellung aus und die zukünftigen Bluttest werden zeigen, was sich verändert.  Zunächst ein paar Wochen Diät, d.h. kein oder sehr wenig Zucker und Kohlenhydrate. Später können Kohlenhydrate wieder ein wenig dazu kommen, der Zucker sollte dauerhaft verbannt werden.

Das bedeutet:

  • Wasser und Koke Zero statt die classic Cola
  • Sehr deutlich weniger Pommes, Kartoffeln, Reis, Nudeln, Obst
  • kein Brot
  • sehr, sehr selten Kakao

Das Essen ist dann Fleisch, Fisch, Gemüse und Salat.

Ich hoffe dadurch etwas weniger schlafen zu müssen.

Worauf zu achten ist:

  • Zwar weniger zu schlafen, aber gucken, dass das Gehirn nicht unterzuckert
  • Mit wenig Kohlenhydrate und fast kein Zucker nicht depressiv zu werden
  • Achten, dass kein Schizo Gefühl aufkommt, wenn doch sofortige Beendigung des Experimentes und Kontaktierung des Psychiatrie Docs
  • Was meint der Margen? Auf das Bauchgefühl achten

Nachtrag folgt, guten Appetit.

Verschiedene Arbeitswelten, ein Würfel und Umstände: So kann ich nicht arbeiten, oder doch?

Es kann kein Zufall sein: Meine neue Cthulhu Pan und Paper Spielgruppe spielt die erste Staffel Episode eins und zwei und wir haben es im Spiel mit einem magischen Würfel zu tun.  Ein paar Tage vor der letzten Spielrunde (letztes Wochende) fällt mir mein 40x40x40 Stahlwürfel in die Hände, den ich 1998 selbst bearbeitet hatte, im Zuge meiner ersten Ausbildung, kurz bevor mich Depression und Schizophrenie meinen Totalausfall hatte und die Lehre abbrach. Der Würfel ist genau das richtige Mitbringsel für die Spielgruppe und wird uns begleiten.

Ich hatte mich vor ein paar Tagen fehlerhaft über die Eigenschaften des Würfels geäußert. Hier folgt nun die Korrektur und ich nutze die Gelegenheit, zu berichten, wie dieses Objekt entstanden ist, welche Ansprüche ich an mich selber habe, wie schlechtes Werkzeug und schlechte Arbeitsbedingungen  mich sagen lassen: So kann ich nicht arbeiten. Ein Querschnitt durch meine erlebten Arbeitswelten. Und wie es doch funktionieren kann.

In der Schule war es noch so, dass wenn mich etwas interessierte, ich voll dabei war und ja, wenn nicht, dann war die Leistung schlecht. In der bezahlten Arbeitswelt war und bin ich motivierter. Ich habe den Anspruch, für Geld muss auch Qualität geliefert werden. Die Jahre in der Werkstatt für Menschen mit Behinderungen waren schwierig, da statt Qualität mehr Geschwindigkeit verlangt wurde. Schon als Kind wollte ich “perfektes Basteln” erreichen. So Einiges wurde angefangen und blieb unfertig zurück, weil es nicht gut genug für mich war. Es war ein langer Weg im Leben, zu wissen, was kann ich wie gut, was lasse ich bleiben. Mit Murks ebenfalls klar kommen. Mir ist Design weniger wichtig, Qualität bedeutet für mich Stabilität und Funktionalität. Seit meiner Ausbildung zur technischen Zeichner*in weiß ich. dass wenn etwas statt 1/100 Millimeter 1/1000 Millimeter genau sein soll, dieses Ding 100x oder mehr teurer wird.

1998 begann ich meine Ausbildung zur Verpackungsmittelmechaniker*in, die ich nach neun Monaten abbrach. In der Berufsschule 16 in Köln war ich Mobbing ausgesetzt und auch so wurde es dunkel mit mir, ich wurde schwer krank.
Ich war in verschiedenen Bereichen, in der Konstruktionsabteilung lernte ich ein spezielles CAD Programm für Wellpappenkartons auf Unix kennen, vier Jahre bevor ich meine zweite Ausbildung in Heidelberg anfing. In der Schlosserei passte gar nichts zusammen. Mein Wunsch nach Perfektion und wie extrem langsam ich war.

Dieser tolle Würfel aus VA Stahl 40x40x40 mm entstand in 1½ Monaten und kostete den Betrieb umgerechnet mehr als 800€.

Heute weiß ich, wie schlecht bzw. wie ungenau das Messwerkzeug war. Dazu zwei Links:
https://de.wikipedia.org/wiki/Messschieber
https://de.wikipedia.org/wiki/Haarlineal

Messfehler beim Messschieber können zwischen 0,01 und 0,2 Millimeter liegen. Keine Chance, genau zu arbeiten. Mit meinem sehr wenig genutzten digitalen Messschieber und dem sehr verhunzten analogen Messschieber mit Nonius aus der Schlosserei damals gibt es eine Abweichung, mein Würfel scheint deutlich zu groß zu sein im Bereich ca. +0,28 bis +0,48 Millimeter..

Mit dem Haarwinkel konnte ich genauer arbeiten. Der Würfel ist zwar in den Ausmaßen sehr ungenau, mir ist es aber gelungen, ihn sehr rechtwinkelig und eben hinzubekommen. Eine Seite, von allen vier Seiten gemessen, lässt kein Lichtspalt sehen, d.h. laut dem oben genannten Wikipedia Artikel sollte diese Seite 2/1000 mm genau sein. Der Feinschliff erfolgte mit Schmirgelpapier und Kreide.

Vielleicht aus Neid gab der Geselle mir die Anweisung, mit der 2 Meter 50 Jahre alten sehr groben Standbohrmaschine die Augen zu bohren. Damit war der Würfel hinüber.

Es entstanden noch andere Basteleien, unter Anderem ein Werkzeugkasten aus VA Blech.

2006 arbeitete ich in einem Konstruktionsbüro. Ich war Berufsanfänger*in in einem Beruf, den ich nur theoretisch gelernt hatte. Ich konnte das CAD Programm bedienen und Skizzen übertragen, Dinge ausmessen. Wie Fertigungsverfahren genau abliefen, was wie hergestellt wurde, war mir unbekannt. In dem Büro arbeiten 4 Leute, der Auftrag war eine Maschine, groß wie ein Doppelhaus. Ich gab Gas, machte Überstunden. Die Gesundheit war sehr wackelig und noch nicht die passende Medikation gefunden.

Der 12 Stunden Sonntag ließ mich dann scheitern. Alle anderen waren bei der Montage vor Ort ein paar Hundert Kilometer entfernt und ich alleine im Büro, um die telefonischen Anfragen der Zulieferer zu beantworten. Alle fünf Minuten ging das Telefon und ich durfte einsame Entscheidungen treffen, wenn z.B. Schrauben statt von der einen Seite nur auf der anderen montierbar waren. Den Blick auf einem mehreren Quadratmeter großen Zusammenbauplan und hunderten Einzelteilzeichnungen.

Ich habe nie erfahren, ob und wie viele Fehler ich da gemacht habe. Ich zog die Notbremse und kündigte.

Heute arbeite ich als Systemadmin, ich habe 10 bis 12 Jahre Genesung erfahren, weiß, was ich versprechen kann und was nicht. Mit den Computerdingen habe ich einfach wesentlich mehr Erfahrung und bin mit den Sachen routinierter und kann Probleme effizienter lösen, als mit den Berufen, die das Arbeitsamt mir nahelegen hat. Die mir vom Arbeitsamt vorgeschlagenen Berufe haben mich krank gemacht. Ich musste lernen, auf mich zu achten und zu hören. Und die Chance für den Quereinstieg bekommen. Damit hat das Tun und Handeln von heute eine bessere Zukunft, bestimmt!

Huch, wieder arbeiten

Als im Oktober und Anfang November noch die Vorbereitungen für das Barcamp liefen, dachte ich, danach und der Dezember wird ruhig. Es kam überraschend eine Veränderung. Zu tun gibt es wohl immer was.

Vor 3 1/2 Wochen, Ende November 2017 bekam ich eine Nachricht von einer Person, die ich im Sommer beim Co-Working Space in Düren kennengelernt habe. “Matthias, guck mal, das könnte interessant für dich sein.” In Aachen suchte ein Verein für Fortbildungen im künstlerischen Bereich einen Systemadmin für 10 Stunden im Monat. Vom Zeitlichen genau, was ich suchte, um etwas dazu verdienen zu können, ähnlich wie in der Werkstatt, vom Zeitumfang aber effizienter. Ich rief an, es ging dann Schritt für Schritt weiter. Telefonat, Vorstellungsgespräch, Probearbeit ab 4. Dezember 2017.

Somit öffnete sich eine Gelegenheit und ich arbeite wieder, nachdem ich vor 1 3/4 Jahr die Werkstatt verlassen hatte. In dem Gespräch konnte ich mich darstellen, ja, ich war mal sehr krank, erlebte jedoch Genesung und weiß, worauf zu achten ist. Um den Quereinstieg als Systemadmin zu schaffen, war es genau richtig, was ich seit Jahren ehrenamtlich gemacht habe. Serveradministration für Dienste und Webanwendungen und Hosten von CMS, da hatte ich die letzten zehn Jahre was aufgebaut, worauf ich nun referenzieren kann.

Die Leute und der Ort selbst empfand ich beim ersten Treffen dort sehr angenehm. Ich bin sehr froh, mich von Anfang an nicht verstellen zu müssen und einfach ich selbst sein kann. So begann der erste Arbeitstag ohne Anspannung. Die ersten Aufgaben konnten gut erledigt werden. Natürlich werde ich die nächste Zeit mir alles genau angucken und die Dokumentation lesen, wie das vorher alles eingerichtet wurde. Ich vertraue darauf, was ich seit über 27 Jahren alles gelernt und angewendet habe. Die Probezeit wird zeigen, ob das alles passt.

Und urplötzlich habe ich nun die Chance, mich beruflich als Systemadministrator*in behaupten zu können. Somit geht es 2018 weiter, ich freue mich.