Die Lokale Agenda 21 in Düren veranstaltet das dritte Dürener Barcamp – Ich werde teilnehmen

Barcamps gefallen mir, da es gewisse Ähnlichkeiten mit Trialogforen hat. Deshalb funktionieren sie. Es ist das gewisse erste mal, das Leute erleben müssen. Ein Barcamp ist themenoffen, es ist vorab nichts festgelegt. Nur die Teilnehmerzahl wird durch eine Anmeldung gedeckelt, damit für ausreichend Verpflegung gesorgt werden kann. Diese wird durch Sponsoren gewährleistet. Und die Anzahl der Räume und die Zeitfenster sind festgelegt. Zunächst stellen sich alle teilnehmenden Personen mit Namen und drei Stichpunkte vor. Direkt danach werden die Sessions eingeteilt, d.h. im Prinzip können und sollen alle Leute den Plan füllen und Vorträge oder Diskussionsrunden leiten und mitgestalten. Durch Handzeichen wird signalisiert, ob viele oder wenige sich für ein Thema interessieren (um die Größe des Raumes kalkulieren zu können) und bei ähnlichen Themen können Sessions zusammengelegt werden. Eine Session dauert 45 Minuten, i.d.R. 30 Minuten Vortrag und 15 Minuten Diskussion. Pro Stunde gibt es eine Session pro Raum. Wenn ein Thema nicht gefällt, kann der Raum gewechselt werden. Es gibt genug Pausen, eine große Mittagspause mit Essen und Getränke, sodass die Menschen sich vernetzen können. Ein Barcamp kann ein Wochenende sein mit zusätzlichem Rahmenprogramm.

Die Lokale Agenda 21 in Düren veranstaltet nun das dritte Dürener Barcamp.

Ich persönlich trage einen bescheidenen Beitrag bei und engagiere mich bei der Lokalen Agenda 21 in Düren. Es geht darum, lokal vor Ort die Zukunft ökonomisch, ökologisch und sozial so zu gestalten, das ein lebenswerter Planet auch in Jahrzehnten noch oder wieder vorhanden ist. 179 Staaten hatten das Anfang der 1990er Jahre zum Ziel gesetzt. Die Freifunkidee, die ich seit über drei Jahren mitmache, passt als kleiner Baustein gut zur Lokalen Agenda 21 dazu. Natürlich ist die Themenvielfallt viel höher, das macht die ganze Sache aber interessant. Es betrifft uns alle, daher lohnt es sich mitzumachen.

The Circle 2017 – ein de facto reality fiction Film und wie meine Psychose quasi normal wurde

Vor etwa 70 Jahren schrieb George Orwell 1984. Etwas zu sehen, was in Jahrzehnten sein könnte ist sehr schwierig. Damals die Prägung von Weltkrieg und Diktatur, daher ist 1984 sehr düster. Minority Report von 2002 fällt in meine Lebenszeit, wobei die Story auch schon sehr alt ist. 2002 war ich 21 und ich wusste seit knapp zwei Jahren, dass ich psychotisch war. Minority Report war vor 15 Jahren definitiv science fiction und wirkt auch heute noch so, vor allem, weil eine Zeitspanne in die Zukunft geblickt werden kann.

Meine Psychose um die Jahrtausendwende handelt von Kameras, Gedankenlesen und no more secrets. Psychose bzw. die Angst vor etwas nicht genau bekanntes konnte ich gut bezwingen, indem ich mich mit der Technik auseinander setzte, z.B Livevideostreaming. Eine Anwendung, die ich seit 15 Jahre kennen, für mich und andere anwende, eine Dienstleistung.

2017 kommt ein Film, The Circle, der praktisch gesehen ein reality fiction Film ist. Technologien, die quasi vorhanden ist, Webdienste, die genutzt werden, bzw. klar möglich sind. Echtzeitmodus. Da ein gewisser Teil des Filmes schon heute von Millionen Menschen so gelebt wird, kommt er mit einer Normalität daher. Meine Psychose von Anfang 2000, deren Themenabdeckung von dem Film erfüllt wird, kommt auf einmal als etwas ganz realistisches daher.

Der politische Inhalt des Filmes ist für mich schon etwas vergangenes (Piratenparteizeit), was schon nicht so funktioniert hat. Und damit es wie eine Dystrophie  richtig aussieht, geht es um ein weltweites liquid feedback, aber mit Zwang einer 100% Wahlbeteiligung, wie es in den Osrblockstaaten zu kaltekriegszeiten war.. Natürlich mit dem Transparenz Dingsi mit dabei, natürlich sind alle Daten wahrhaftig, kein Betrug, oder doch?

Was im Gegensatz zu 1984 steht und heute eher realistisch ist, dass es für alle Menschen prinzipiell schwieriger wird, Geheimnisse zu wahren. Die Chefs haben da ein Problem, da heute die Admins eine wichtige Rolle einnehmen, zusammen mit den Programmiermenschen die Systeme bauen. Was auch sehr anders zu früheren Dystrophien ist, das die massenhaften Daten relativ allgemein verfügbar sind und das Individuum noch selbst entscheidet, die Infos für was gutes oder schlechtes zu verwenden..

Das die Leute mit ihren Social Media Accounts nur ihre lachenden Gesichter zeigen, ist überzogen. Zu allen Zeiten wurden Fassaden gepflegt und andere Menschen machten genau das Gegenteil. Im heutigen Web ist es bunt gemischt, neben Friede Freude Eierkuchen auch sehr ernstes und manchmal krasses.

Millionen oder gar Milliarden Follower, Du träumst. Schaffe erst mal die ersten 50 Qualitäts- Follower, die so viel Zeit haben, in Echtzeit Deinen Livestream zu gucken. Das meiste ist sowas von banal und wenn es um die Privatsphäre geht, ist eigentlich nur noch Sex gemeint. Einen Livestream laufen zu lassen, dass können alle und koste kaum die Rede wert. Das Webcams meist langweilig  sind, wissen die Leute auch schon zehn Jahre.

Und zum Ende dieses Beitrages etwas über Polizei, Geheimdienste usw.  Es passiert eine Tat. Wie in Minority Report zu sehen ist, funktioniert das nicht. Die Zukunft ist nicht exakt vorherzusagen. Es gibt nur Wahrscheinlichkeiten. Jetzt werden von verschiedensten Akteuren Daten, Bilder, Videos gespeichert, kostet ja nichts mehr. Erst nach einer Tat, weil ja erst ab dann bekannt, können die Behörden all die Daten zusammen fügen. Deswegen ließt und hört man immer in den großen Medien, dass die Tatperson den Behörden bekannt war. Nur, da sind keine Behördenmenschen, die von Millionen Menschen bis ins Detail alles wissen und bewerten. Erst wenn etwas bekannt wird und/oder die Tat passiert, werden die Daten zusammengezogen. Es gibt eine verbreitete Sehnsucht, dass wie bei Minority Report schon vorher Leute aus dem Verkehr gezogen werden. Wie in einem totalitären Staat. Es kann ja über  liquid feedback darüber abgestimmt werden.